Schulordnung des Konservatoriums Georg Philipp Telemann

§ 1 Aufgaben und Ziele

(1) Das Konservatorium Georg Philipp Telemann, die Musikschule der Landeshauptstadt, ist eine öffentliche Bildungseinrichtung, welcher die Aufgabe zukommt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das qualitätsvolle eigene Musizieren heranzuführen sowie Begabungen frühzeitig zu erkennen und individuell zu fördern. Des Weiteren bestehen ihre besonderen Aufgaben in der Heranbildung des Nachwuchses für das Laienmusizieren sowie in der Vorbereitung geeigneter Schüler auf ein Berufsstudium.

(2) Ziel der Musikschularbeit ist es außerdem, das individuelle sowie das gemeinsame Musizieren zu pflegen, ferner Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu befähigen, Musik und musikalische Zusammenhänge zu verstehen und nachzuvollziehen. Darüber hinaus soll sie die musikalische Arbeit an allgemeinbildenden Schulen unterstützen und zugleich das musikalische Leben der Landeshauptstadt Magdeburg bereichern.

§ 2 Aufbau des Unterrichtsangebotes

(1) Die musikalische Ausbildung am Konservatorium Georg Philipp Telemann geschieht in Anlehnung an den Strukturplan des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM), dem die Musikschule als vollberechtigtes Mitglied angehört, in folgenden Stufen:

A) Grundstufe

Musikalische Elementarausbildung

B) Unterstufe

Instrumentaler, vokaler beziehungsweise sonstiger Einzel– oder Gruppenunterricht, ergänzt durch Musiklehre, Sing– und Spielkreise sowie Ensembles, Orchester und Chöre.

C) Mittelstufe

Instrumentaler, vokaler beziehungsweise sonstiger Einzelunterricht; ergänzt durch Orchester, Ensembles, Kammermusik, Chor, Improvisation, Musiklehre, Musiktheorie, Gehörbildung, Grundlagen des Jazz/​Rock/​Pop.

D) Oberstufe

Instrumentaler, vokaler beziehungsweise sonstiger Einzelunterricht; ergänzt durch Orchester, Ensembles, Kammermusik, Chor, Improvisation, Musiklehre, Musiktheorie, Gehörbildung, Jazz-​Harmonielehre.

(2) Für den Unterricht in der Unterstufe, der Mittelstufe und der Oberstufe ist jeweils ein Zeitraum von regelmäßig vier Schuljahren vorgesehen. Jede dieser Stufen wird gemäß den Lehrplänen des Verbandes deutscher Musikschulen noch in zwei Unterabschnitte eingeteilt, die dann jeweils zwei Schuljahre umfassen. Die Aufnahme in die jeweils weiterführende Ausbildungsstufe ist nur möglich, wenn der Ausbildungsstand des Schülers der betreffenden Stufe entspricht. — Über Verlängerung oder gegebenenfalls auch Verkürzung dieser grundsätzlich vierjährigen Ausbildungsdauer in der Unter-​, Mittel– und Oberstufe entscheiden — gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Prüfungsergebnissen — die Fachbereichsleiter.

§ 3 Anmeldung, Aufnahme und Abmeldung

(1) Die Anmeldung für den Unterricht am Konservatorium Georg Philipp Telemann kann ganzjährig mittels eines Aufnahmeantrags erfolgen. Soweit der Schüler nicht oder nicht voll geschäftsfähig ist, haben die zur Vornahme des Rechtsgeschäfts Befugten ihre Einwilligung mit dem Schulbesuch durch ihre Unterschrift auf dem Anmeldeformular zu dokumentieren.

(2) An- und Abmeldungen sowie Veränderungen der Unterrichtsart können nur bei der Verwaltung des Konservatoriums Georg Philipp Telemann vorgenommen werden. An- und Abmeldungen sind gemäß der Satzung über die Erhebung von Gebühren für das Konservatorium Georg Philipp Telemann  Gebührensatzung unter Einhaltung einer Frist von sechs Wochen vor Beginn der im Land Sachsen-Anhalt festgelegten Sommerferien (zum Schuljahresende) beziehungsweise vor Beginn der Winterferien (zum Schulhalbjahr) schriftlich beim Konservatorium einzureichen. Demgemäß können Lehrkräfte An- und Abmeldungen nicht mit verbindlicher Wirkung entgegennehmen.

(3) Aufnahmen können in der Regel nur zum Beginn des Schuljahres sowie zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres erfolgen, sofern an der Musikschule freie Unterrichtskapazität vorhanden ist.

(4) Die Musikschule ist berechtigt, vor der Zuteilung eines Schülers zu dem gewünschten Unterrichtsfach einen beratenden Aufnahme– bzw. Eignungstest (Gehör, rhythmische Fähigkeiten, Feinmotorik, körperliche Voraussetzungen etc.) durchzuführen.

(5) Bei zeitlich begrenzten Ausbildungsangeboten (z. B. einjährigen Projekten) ist eine Abmeldung zum Ende derselben nicht erforderlich.

(6) Während des laufenden Schuljahres bzw. Projektes sind Abmeldungen nur in besonders begründeten Ausnahmefällen (z. B. Wohnsitzwechsel) zulässig. Die Schulleitung entscheidet bei Vorliegen eines schriftlichen Antrags über eine solche außerterminliche Abmeldung.

§ 4 Bedingungen für die Unterrichtserteilung

(1) Die Schüler sind zum regelmäßigen und pünktlichen Besuch des Unterrichts im Hauptfach sowie — gemäß den verbindlichen Festlegungen der Regelungen des Landes Sachsen-​Anhalt sowie des Verbandes deutscher Musikschulen — in mindestens einem Ensemblefach (Orchester, Ensemble, Kammermusik, Spielkreis, Korrepetition für Pianisten und Gitarristen) sowie in Musiklehre nach Maßgabe der Angebotsmöglichkeiten der Konservatoriums Georg Philipp Telemann verpflichtet. Von dieser generellen Verpflichtung zum Besuch von Ergänzungsfächern — insbesondere von Ensemblefächern — können Schüler nur in begründeten Ausnahmefällen befreit werden: ein diesbezüglicher Anspruch besteht nicht.

(2) Die Einteilung der Schüler in die Ergänzungsfächer — insbesondere in die Ensembles – erfolgt unter Berücksichtigung des Hauptfaches, des Leistungsstandes sowie — nach Maßgabe der Möglichkeiten — auch der besonderen Interessen der Schüler.

(3) Das Fernbleiben vom Unterricht aus zwingendem Grund (z. B. Krankheit) ist der Lehrkraft rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn mitzuteilen. Bei Minderjährigen soll der Erziehungsberechtigte diese Benachrichtigung übernehmen. Ein Anspruch auf Nachholen des versäumten Unterrichts besteht nicht.

(4) Besprechungen zwischen Eltern und Lehrkräften sind in der Regel nur außerhalb der generellen Unterrichtszeiten möglich. Besprechungstermine sowie die Hospitation von Eltern am Unterricht sind vorher mit der jeweiligen Lehrkraft abzustimmen.

(5) Auf Anordnung der Schulleitung kann bei Veranstaltungen des Konservatoriums Georg Philipp Telemann und gegebenenfalls auch bei den Schlussproben für dieselben der sonstige Unterricht ganz oder teilweise abgesagt werden.

(6) An den Ergänzungsfächern — insbesondere am Ensembleunterricht und an der Orchesterarbeit — können auch Personen teilnehmen, die an der Musikschule keinen Hauptfachunterricht in einem Instrumental– oder Vokalfach belegt haben.

(7) An öffentlichen Veranstaltungen und Wettbewerben dürfen Schüler als Repräsentanten oder Schüler des Konservatoriums Georg Philipp Telemann nur dann auftreten, wenn ihnen hierzu eine Genehmigung durch die Hauptfachlehrkraft erteilt worden ist.

(8) Der Unterrichtsort wird innerhalb der Landeshauptstadt Magdeburg von der Schulleitung festgelegt und kann infolge betrieblicher Erfordernisse jederzeit geändert werden.

(9) Die Ferien– und Feiertagsregelung der allgemeinbildenden Schulen in Sachsen-​Anhalt gilt auch für die Magdeburger Musikschule.

§ 5 Konzertauftritte und Prüfungen

(1) Schüler des Konservatoriums Georg Philipp Telemann sollen entsprechend Ihrem Ausbildungsstand bei dessen Veranstaltungen sowie deren Vorbereitungen aktiv mitwirken.

(2) Unabhängig von den Konzert– und Vorspielauftritten in den Ensembles ist jeder Schüler verpflichtet, mindestens zweimal pro Schuljahr in seinem instrumentalen oder vokalen Hauptfach solistisch mit jeweils verschiedenen Kompositionen ein Vorspiel zu absolvieren.

– Schüler des ersten Unterrichtsjahres im entsprechenden Hauptfach sowie alle diejenigen Schüler, die ihren Hauptfachunterricht in einer Gruppe mit drei oder mehr Schülern erhalten, sollen hingegen mindestens ein solistisches Vorspiel im obigen Sinne absolvieren.

(3) Mit Ausnahme derjenigen Schüler, welche die im obigen Absatz vorgesehenen Vorspiele absolviert haben, sind die Schüler der Musikschule verpflichtet, sich am Ende eines jeden Schuljahres einer Prüfung zur Feststellung des Leistungsstandes zu unterziehen.

(4) Die einzelnen Fachbereiche können außerdem ergänzende Bestimmungen festlegen, insbesondere auch eine generelle Prüfungsregelung für den Aufstieg von einer Lehrplanstufe in die nächstfolgende im Sinne des § 2 dieser Schulordnung.

(5) Die in Landesvorschriften festgelegten höheren Leistungsregelungen für alle Schüler in der Studienvorbereitung (SVA) sind — unabhängig von der obigen Festlegung — in vollem Umfang gültig.

§ 6 Beendigung bzw. Modifizierung des Unterrichts

(1) In folgenden Fällen können Schüler nach Rücksprache mit den Eltern durch die Schulleitung von der weiteren Teilnahme am Unterricht ausgeschlossen werden bzw. kann die Unterrichtsform geändert werden (Verkürzung der Einzelunterrichtszeit, Umwandlung von Einzel– in Gruppenunterricht):

– Im Falle mehrfacher unentschuldigter Abwesenheit vom Hauptfach-​, Ensemble– oder Orchesterunterricht;

– wenn im Hauptfachunterricht infolge mangelnden Fleißes oder aus anderen Gründen Fortschritte nicht zu erzielen sind.

(2) Dem Ausschluss von Schülern aus Leistungsgründen bzw. der Reduzierung ihrer Unterrichtszeit soll in der Regel eine Leistungsüberprüfung (Kontrollprüfung) durch eine Kommission vorausgehen.

§ 7 Abschlussprüfungen

(1) Wenn ein Schüler oder dessen Vertreter dies wünscht, beurteilt das Konservatorium Georg Philipp Telemann vor dessen Ausscheiden seine Leistungen. Die entsprechende Einschätzung stellt keine staatliche Prüfung dar. Aufgrund dieser Beurteilung wird sodann ein Abschlusszeugnis des Konservatoriums Georg Philipp Telemann ausgegeben. Die entsprechenden formlosen, aber schriftlichen Anträge müssen in jedem Jahr bis spätestens zum 30. April der Schulleitung vorliegen.

(2) Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung sind:

– ein instrumentaler/​vokaler Standard, der mindestens dem Abschluss der Mittelstufe I entspricht,

– der Nachweis der aktiven Teilnahme am Musiklehre-​/​Theorieunterricht sowie ein Abschluss in diesem Bereich,

– der Nachweis der aktiven Teilnahme am Gemeinschaftsmusizieren über mehrere Schuljahre.

(3) Diese Abschlussprüfung tritt ersatzweise an die Stelle der sonstigen regulären Jahresprüfung im Sinne der obigen Regelungen.

§ 8 Instrumente

(1) Das Konservatorium Georg Philipp Telemann kann seinen Schülern Instrumente gegen Gebühr überlassen. Ein Anspruch auf Überlassung eines Instruments besteht nicht.

(2) Die Musikschule ist berechtigt, die Überlassung der Instrumente an Minderjährige davon abhängig zu machen, dass sich dessen Vertreter für die Forderungen der Musikschule nach Absatz 5 selbstschuldnerisch verbürgen.

(3) Die Instrumente werden grundsätzlich für die Dauer eines Jahres überlassen. Eine Verlängerung ist möglich. Die Musikschule kann Instrumente vor Ablauf des Überlassungszeitraumes zurück fordern. Sie hat hierbei die Belange des Schülers zu beachten. Eine Rückforderung ist insbesondere möglich, wenn der Schüler seinen Pflichten aus Absatz 4 nicht nachkommt, keine Fortschritte erzielt oder die Musikschule verlässt.

(4) Das gemietete Instrument ist pfleglich und gemäß den entsprechenden Instruktionen der Lehrkraft zu behandeln. Beschädigungen oder Verlust sind umgehend beim Fachlehrer anzuzeigen. Mit der Reparatur ist ein hierzu autorisierter Fachmann zu beauftragen.

(5) Bei Beschädigung, Zerstörung oder Verlust des Instruments haftet der Mieter nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts.

§ 9 Aufsicht und Haftung

(1) Eine Aufsicht gegenüber dem Schüler besteht nur während des Unterrichts im Unterrichtsraum selbst.

(2) Bei Unfällen, beim Verlust von Kleidungsstücken und zum Schulgebrauch bestimmter Sachen leistet die Musikschule den Teilnehmern im Rahmen und im Umfange des zu Gunsten der Teilnehmer beim Versicherungsverband für Gemeinden und Gemeindeverbände bestehenden Deckungsschutzes Ersatz.

§ 10 Gleichstellungsklausel

Personen und Funktionsbezeichnungen in dieser Satzung gelten jeweils in weiblicher und männlicher Form.

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