Geschichte der Tanzmusikabteilung

Von der Tanzmusikklasse zur Jazz-Rock-Pop-Abteilung

Ende der 60iger Jahre war in der damaligen DDR der Bedarf an  ausgebildeten Tanzmusikern recht groß. Um als  „Tanzkapelle“ öffentlich auftreten zu können, benötigte man eine sogenannte „Einstufung“. Diese Einstufungen wurden von einer Kommission in den Kategorien „Grund“-, „Ober“- u. Sonderstufe sowie Profi-Band vergeben. Diese Einstufungen hatten wiederum einen direkten Einfluss auf das Honorar der Musiker und so waren viele Musiker bestrebt, durch den Musikunterricht ihre musikalischen Fähigkeiten auszubauen und damit die Chancen für die angestrebte Einstufung zu verbessern.  Zum Schuljahresbeginn 1967 wurde durch den damaligen Direktor der Telemann-Musikschule der Auftrag erteilt, eine „Tanzmusiklasse“ ins Leben zu rufen.
Die ersten Lehrer waren praktizierende Musiker wie zum Beispiel Alfred Emmelmann. Er leitete von 1954-61 das Orchester „Rot-Weiß“ im Kristallpalast und schrieb dafür auch alle Arrangements selbst. 1968 hatte diese Klasse bereits 40 Schüler, dies entsprach 5 %  der Gesamtschülerzahl der Magdeburger Musikschule. Damit man Schüler dieser Tanzmusikklasse werden konnte, musste man genau wie in den klassischen Fächern eine Aufnahmeprüfung ablegen. Von Anfang an wurde nach Lehrplan unterrichtet und am Jahresende waren Prüfungen Pflicht. Das Angebot umfasste die Blasinstrumente Saxophon, Posaune, Trompete sowie die Fächer Gesang, Klavier, Gitarre, Bassgitarre und Schlagzeug. Der Mangel an geeigneter Unterrichtsliteratur, konnte von ihnen selbst nur durch Abhören und Herausschreiben bzw. Arrangieren ausgeglichen werden. Alle Noten, die nicht käuflich erworben werden konnten, mussten mit Hand aufgeschrieben werden. In den Programmen der Schulcombo sind Stücke zu hören gewesen, die auch heute noch gern gespielt werden wie z.B. „Samba Pati“ von Carols Santana und Stücke von Bands wie Sweet – „The man with the golden Arm“. Eine Festlegung besagte damals, dass 60% der gespielten Titel aus der DDR bzw. dem sozialistischen Ausland sein mußten und die restlichen 40% aus dem westlichen Raum stammen durften. Damit die Überzahl westlicher Titel nicht so auffiel und um diese Prozentregel zu umgehen, wurden einige Titel im Programmheft ins Deutsche übersetzt und die Band als „unbekannt“ bezeichnet.

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